|
Masuren Masuren, das Land der 3000
Seen, die Heimat Siegfried Lenz und Ernst Wichert, die grüne Lunge Europas
mit riesigen Urwäldern und Naturparks und einer artenreichen Vogelwelt mit
dem Wappenvogel Storch. Hinweis: Die Orte und Sehenswürdigkeiten sind in jedem Reiseführer beschrieben und werden hier nicht weiter erwähnt. |
|
Per Bahn (Nachtzug Hannover
- Warschau) reisten wir an. Die Fahrt im Liegewagen war schon ein kleines
Abenteuer. Die Ausgabe für einen Schlafwagen wäre kein Luxus gewesen.
Vielleicht wäre sogar ein billiger Flug eine bessere Lösung gewesen. Fest
zwei Stunden verspätet kam der Zug in Warschau an, was schon mal für etwas
Stress bei der Reiseleitung sorgte. Die Tour begann mit einer recht guten
Führung in Warschau. Danach
eine
schier endlose, strapaziöse Busfahrt über mäßig gute Straßen, die uns an den
Ausgangspunkt der Radtour brachte: MRAGOWO (Sensburg). Unterkunft und
Essen in der Pension "Edyta"
stimmten recht angenehm aufs Radeln ein. Ein Drei-Gänge-Menü, u.a. Goulasch
mit Buchweizen, war schon mal nicht schlecht. Ein Rundgang in Sensburg
schloss sich an. |
|
2. Tag Rundtour bei Sensburg Ausgeschlafen und nach einem hervorragenden Frühstück sah die Welt schon wieder besser aus. Wir nahmen die Räder in Empfang, passten sie an und radelnden eine Rundtour bei Sensburg u.a. zu Wicherts Geburtshaus. Bei einem Forsthaus hatte unser Begleitfahrer JAREK das erste Picknick arrangiert. Schnell war klar, dass er ein Profi (Koch) war. Eine kleine Wanderung zu einem idyllischen See, wo einige Teilnehmer ein Bad nahmen. In der Pension war ein Grillabend für uns vorbereitet, der dann aber trotz einigen Ausharrens im Freien regelrecht ins Wasser fiel und in den Speisesaal verlegt wurde. Trotzdem ein schöner und lustiger Abend.
|
|
Tag 3 Heilige Linde, Rössel und Rastenburg Eine regenreiche und stürmische Nacht
lag hinter uns. Gut (frühstücks-) gestärkt machten wir uns auf nach Heilige
Linde. Die Wege waren qualitativ recht gemischt, auch einige Kilometer
Kopfsteinpflaster übelster Art. Einige Wasserdurchfahrten, die nur mit
Schwung und hochgezogenen Beinen zu bewältigen waren, verdankten wir dem
nächtlichen Regen. Es war kühl mit Regenschauern, dann mal kurz die Sonne um
gleich wieder nass zu werden. Selbst der Imbiss am Waldrand (um dem Regen
etwas zu entgehen) war kein rechter Genuss. Einige Teilnehmer kürzten nach
Absprache mit dem Tourenleiter den Weg nach Rastenburg ab. Radstrecke etwa
50 km in etwa 5 Stunden. |
|
Tag 4 Rastenburg und Wolfsschanze Im Hotel AGROS erhielten wir abends internationale Küche. Am Morgen goss es aus Kübeln, so dass der Reiseleiter überlegte, einen Bus zu besorgen und auf das Radfahren zu verzichten. Plötzlich schien dann die Sonne und wir starteten. Zunächst besuchten ein altes Hengstgestüt, wo einst u.a. Trakehner gezüchtet wurde. Der schon recht betagte Leiter überschüttete uns mit seinem Pferdewissen. Dann radelten wir zur Wolfsschanze bei GIERLOZ. Die Führerin im ehemaligen Führerhauptquartier brachte uns (mit für uns fast unverständlicher Euphorie) ihr Wissen zu den Bunkern und den Geschehnissen zu Tage. Meine Meinung: Man muss dort nicht gewesen sein! Hier wird nur Geschichte vermarktet. Am
Rückweg hatte Bartek, unser Tourenleiter eine kleine Überraschung parat.
Nachmittagskaffe in einer privaten "Scheune" mit leckerem Kuchen. Auf dem
Rückweg statteten wir einem kleinen Museum "Alte Schäferei" einen Besuch ab.
Eher ein Sammelsurium alter Möbel und Gebrauchsgegenstände - na
ja.
|
|
Tag 5 Lötzen und Mateuszek
Wetter wie am Vortag - erst Regen, dann bei Abfahrt
schön. Ab Lötzen fuhren wir, nachdem wir bei einem heftigen Regenguss nass
geworden waren, mit einem kleinen Schiff, wo auch das Picknick in Form
einer Fischmalzeit (Moränen, eine heimische Spezialität) serviert wurde.
Leider war der Platz auf dem Boot recht knapp, so dass einige Teilnehmer im
Stehen essen mussten. Von der Landung ab radelten wir noch über sandige Wege
in das wunderschön entlegene Mateuszek; ein 150-ha-Bauernhof, liebevoll
umgebaut zum "Pensionat" mit äußerst um unser Wohl besorgten Eigentümern. Am
Abend sollte es heimischen Fisch geben. Wie es der (See-) Teufel wollte,
ging den Fischern aber nichts ins Netz, so dass wir mit Viktoria-Barsch
vorlieb nehmen mussten.
|
|
Tag 6 Nikolaiken und Ballonfahrt Am nächsten Morgen (sehr früh) bot sich die Möglichkeit Biber und anderes Wild zu beobachten. Die Biber zumindest schienen dies spitz gekriegt zu haben und zeigten sich nicht. Dann, nach dem Frühstück, herrliches Wetter und kaum Wind - da machte die Radtour nach Nikoleiken richtig Spaß. Die quirlige Stadt ist unübersehbar Zentrum der Wassersportler und des Bernsteins. Liebevoll wird es von seinen Einwohnern auch das Venedig Masurens genannt - na ja. Bartek telefonierte jede freie Minute; er hatte uns die Möglichkeit einer abendlichen Ballonfahrt in Aussicht gestellt, natürlich abhängig vom Wetter. Buchstäblich in letzter Minute fiel dann die Entscheidung: Wir fahren! Wenn ich anfinge die Eindrücke zu beschreiben fände ich kein Ende. Kurz - die Ballonfahrt über dem abendlichen Masuren war das Highlight schlecht hin. Abgesehen davon wurden die Mitfahrer natürlich mit Sekt getauft und erhielten ein Zertifikat. Nach der Landung mussten wir beim Verpacken des Ballons helfen. Zurück im Pensionat erwartete uns ein Grillabend am Lagerfeuer. Die Klänge und Gesänge des engagierten Alleinunterhalters klangen sicher weit über das Land. Obwohl müde, hielten wir es bis spät in die Nacht am Lagerfeuer aus.
|
|
Tag 7 Nikolaiken und Ruciane Nida (Niedersee)
Wir starteten nochmals nach Nikolaiken und fuhren weiter mit
dem Etappenziel Niedersee. Mit der Fähre überquerten wir bei Wirzba den
gleichnamigen See, um nach Popielno zu erreichen. Dort besuchten wir die
Forschungsstation, wo wir über die Bibernachzucht, Rotwildforschung und die
Nachzucht der Tarpanen-Pferde informiert wurden. Später beobachteten wir das
Treiben an einer der wenigen Schleusen zwischen den Seen. Als alle Boote
glücklich nach einem bestimmten aber undurchschaubaren System "verstaut"
waren, wurde der Obolus für das Schleusen per Klingelbeutel erhoben.
|
|
Tag 8 Johannesburger Heide und Krutyn
Unser letzter Tag in Masuren führte uns durch die
Johannesburger Heide nach Krutinen (Krutyn). Auf dem weiteren Weg
besuchten wir das Kloster Wojnowo (Altgläubige) und sahen eine 500 Jahre
alte Eiche. Dann stiegen wir von den Rädern in Kajaks um und paddelten auf
der Krutyna, einem sehr seichten Fluss mit klarem Wasser, wo es viel zu
beobachten gab. |
|
Tag 9 Warschau und Rückreise Am nächsten Morgen brachte uns ein Bus nach Warschau. Auf eigene Faust erkundeten wir die Stadt, bis wir am Abend mit dem Nachtzug nach Hause fuhren. Fazit: Eine wirklich schöne, eindrucksvolle,
erlebnisreiche und bestens organisierte Reise. |
|
|